Liebe*r Besucher*in des #34c3,

auf diesem Kongress haben wir getreu dem Motto "tuwat" etwas getan. Wir haben den Stand der Wau-Holland-Stiftung, die im Vorfeld des Kongresses ihre Assembly zur "CoC-freien-Zone" erklärte, besetzt. Wir finden, wie Ihr vermutlich schon wisst, einen CoC für Veranstaltungen wie den Congress unabdingbar und würden uns einen solchen auch für unsere reguläre Arbeit in den einzelnen Erfas und Chaostreffs wünschen. Deshalb empfinden wir ein solches Statement, insbesondere von einem offiziellen Organ des Clubs, äußerst provokant und reagierten mit unserer Besetzung entsprechend.

Die Besetzung, an der insgesammt 15-20 Menschen beteiligt waren, wurde nach einigen Minuten unter Androhung des Rauswurfs durch die Security aufgelöst. Dabei wurde allerdings vereinbart über die Probleme/Missverständnisse zwischen uns und der Stiftung zu diskutieren. Bei dem darauf folgenden Gespräch stellte sich heraus, das unsere Positionen garnicht so unterschiedlich sind und die provokanten Aussagen der Stiftung eher durch Unwissen als durch Böswilligkeit zustande kamen.

Das ist das gemeinsame Statement von uns und der Stiftung:

Endlich wieder Chaos auf dem Chaos Communication Congress

Im Vorfeld des 34. Chaos Communication Congress hat es verschiedene Äußerungen zu einem möglichen "Code of Conduct" (Verhaltenskodex) gegeben. Durch eine ablehende Äußerung der Wau-Holland-Stiftung im Wiki des Congress gegenüber dem Vorstoss eines "Code of Conduct" wurde der Stand der Wau-Holland-Stiftung von Aktivist*innen besetzt.

Aus dieser Standbesetzung wurde durch Intervention des Awareness-Teams dann ein moderierter Dialog zwischen den verschiedenen Teilnehmern der unterschiedlicher Gruppen.

Die Vertreter der Wau-Holland-Stiftung und die Aktivist*innen des Standes der Stiftung haben festgestellt, dass sie gleiche bzw. ähnliche Probleme auf den Veranstaltungen des CCC sehen. Konkrekt geht es hierbei um den Schutz von einzelnen TeilnehmerInnen auf Veranstaltungen bzw. Treffen gegenüber Handlungen, die als übergriffig oder diskriminierend empfunden werden und die stark ausbaufähige Diversität.

Der gemeinsame Dialog war hilfreich für das gegenseitige und thematische Verständnis. Beide Seiten wollen den Dialog fortsetzen und für unsere Gemeinschaft öffnen, um die Veranstaltungen und Treffen für alle Teilnehnmer*innen sicher und angenehm zu machen.

Frei nach dem Kongressmotto "tuwat" wurden hier die ersten Schritte bereits auf dem 34c3 gemacht und weitere werden gemeinsam geplant.

Alle Erfahrungen, die wir aus den letzen 34 Jahren zusammentragen können, sollen in diesen Prozess einfliessen um eine zukunftskompatible Lösung zu erarbeiten.

Insgesammt haben wir die zusammenarbeit mit der Stiftung bei unserem Treffen als konstruktiv wargenommen und freuen uns auf eine weitere Zusammenarbeit und hoffentlich dann bald endlich einen CoC/ähnliches Regelwerk im CCC Umfeld zu haben.

Deine

Geheimorganisation

PS.: unterhalb findest du noch unser Statement sowie den FAQ vom #33c3.


Liebe*r Besucher*in des #33c3,

schön, dass Du diese Seite gefunden hast. Heute wollen wir Dich mal nicht (wie Du das von uns gewohnt bist) trollen, sondern haben ein ernsthaftes Anliegen: Schon als vor 35 Jahren der Chaos Computer Club gegründet wurde, wurde die Hackerethik als Moralgrundlage unseres Handelns akzeptiert. Darin heißt es:

Beurteile einen Hacker nach dem, was er tut, und nicht nach üblichen Kriterien wie Aussehen, Alter, Herkunft, Spezies, Geschlecht oder gesellschaftliche Stellung.
Dazu kam dann in den 00er Jahren noch die Regel »be excellent to each other« und damit war für die meisten Menschen klar, wie es bei uns läuft. Jetzt hat sich in den letzten Jahren aber viel getan und leider hat es sich gezeigt, dass ein »be excellent to each other« eben nicht immer ausreicht.

Viele andere Communities haben das schon erkannt und deswegen Regelwerke geschaffen, die sich mit dem gegenseitigen Umgang in Gemeinschaften und explizit mit dem Schutz von Minderheiten in den jeweiligen Gruppen beschäftigen. In Folge fühlen sich die vom jeweiligen »Code of Conduct« geschützten Menschen in diesen Communities willkommener. Außerdem wird Außenstehenden so schneller klar, dass Diskriminierung in jeglicher Form nicht toleriert wird.

Das wünschen wir uns auch für den CCC, den Chaos Communication Congress, die vielen anderen Chaos Events, alle Erfas und Hackspaces. Es gibt schon viele Menschen unter uns, die das genauso sehe wie wir. Es gibt auch einige, die sich mit dem Thema noch nicht auseinandergesetzt oder eine andere Meinung dazu haben. Deswegen bitten wir Dich: Informiere Dich darüber, bilde Dir Deine eigene Meinung dazu und sprich mit anderen in Deiner lokalen Community darüber. Außerdem gibt es im CCC gerade eine Gruppe, die sich mit diesem Thema auseinandersetzt und bestimmt über Deine Unterstützung freuen würde.

Deine

Geheimorganisation

und Mitglieder der Erfas/Hackspaces:


FAQ

Was ist ein Code of Conduct?

Ein Code of Conduct ist eine Sammlung von Verhaltensweisen, die in unterschiedlichsten Umgebungen und Zusammenhängen abhängig von der jeweiligen Situation angewandt werden können bzw. sollen. Ähnliche Konzepte findet man beim Ehrenkodex oder dem Moralkodex.

Was soll ein Code of Conduct bewirken?

Ein Code of Conduct soll...

Wie kann ich euer Anliegen unterstützen?

Setze Dich in Deinem lokalen Hackspace für einen CoC ein und sprich mit den Organisator*innen von Events, an denen Du teilnimmst, darüber, dass Dir ein CoC wichtig ist.

Wer steht hinter diversity.geheim.org?

Die Geheimorganisation. Wir sind eine Gruppe von Menschen aus ganz Deutschland, die seit vielen Jahren auf Chaos Events und in vielen lokalen Hackspaces aktiv sind. Am einfachsten erreichst Du uns via Twitter oder direkt an unserer Assembly auf dem #33c3.

Warum ist euer Logo ein LGBT*-Pride-Herz, das inkludiert ja längst nicht alle Minderheiten, die von einem CoC geschützt werden sollen?

Das Herz in verschiedenen Variationen ist seit einigen Jahren das Logo der Geheimorganisation, was auch daran liegt, dass viele unserer Mitglieder sich mit der Pride-Flagge sehr gut identifizieren können. Allerdings beschränkt sich unsere Kampagne keinesfalls nur auf LGBT*, sondern wir möchten gerne alle anderen betroffenen Minderheiten oder Gruppierungen inkludieren.